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Talon Kilkenny gehört zweifelsohne zu den Verlierertypen. Sein Leben ist totale Hundekacke. Er ist sechzehn Jahre alt, ein absoluter Außenseiter und hat abgesehen von einem Obdachlosen namens 'Heduda' keine Freunde.
In der Schule ist Talon grottenschlecht, seine Mutter hasst ihn, sein Vater ist schon lange tot und auch seine beiden Brüder haben ihn im Stich gelassen.
Und als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, gesteht ihm plötzlich ein wildfremdes Mädchen in einer Kneipe einen Mord.
Doch es konnte und sollte noch sehr viel schlimmer kommen …



Inhalt

Vorwort ............................................... 9
Intermezzo ........................................... 13
Wie alles begann ..................................... 15
Meine Bleibe ......................................... 21
He, du da! ........................................... 27
Die verdammte Schule.................................. 35
Abendessen mit Irren ................................. 43
Alkoholvergiftung .................................... 47
Der rettende Brief ................................... 51
Umzingelt ............................................ 57
Schlüssel in die Freiheit? ........................... 63
Phoenix .............................................. 69
Die Sternstunde ...................................... 75
Friede, Freude, Eierkuchen ........................... 81
Schwarzes Schaf ...................................... 87
Honigkuchenpferd ..................................... 93
Stunde Null .......................................... 97
Das Blutbad ......................................... 103
Schwedische Gardinen ................................ 111
Auf Messers Schneide ................................ 127
Die Psychiatrie ..................................... 131
Auf der Flucht ...................................... 137
Der Rosa Elefant .................................... 143
Verloren ............................................ 149
Der Weiße Fleck ..................................... 151
Nachwort ............................................ 163



Kleine Leseprobe aus dem Kapitel:

"Abendessen mit Irren"

Als ich dann von diesem beschissenen, letzten Schultag der Woche endlich nach Hause kam, war es wie erwartet auch nicht viel besser. Denn meine Mutter wollte heute Abend ausnahmsweise einmal da sein. Dreimal dürft ihr raten wieso. – Wirklich nicht schwer! – Gut, ich sag es euch: Weil ihr »Lover« heute bei uns zu Abend essen wird und sie mir gedroht hat, dass, wenn ich nicht da bin, wenn sie kommen, ich mir ein anderes Haus zum Schlafen suchen kann. So ist sie nun einmal, MEINE Mutter. Einfach zu nett um wahr zu sein.
Und da kamen sie dann auch schon … Und hab ich’s nicht gewusst?! Ihre neue Flamme ist ihr Boss! Diese Frau hat einen richtigen Hieb!
   »Sohn, darf ich dir vorstellen – Max Manson!«
Ich wollte nicht freundlich sein, aber dann dachte ich mir, wieso denn eigentlich nicht und ich schmiss ihm den Schleim nur so hinüber:
   »Die Freude ist ganz meinerseits, sie endlich kennenlernen zu dürfen, Mister Manson!«
   »Einen überaus freundlichen Jungen hast du da, Marilyn!«
Darauf sagte meine Mutter natürlich nichts. Sie geleitete uns nur ins Wohnzimmer, wo bereits das Essen auf uns wartete. Natürlich hatte sie das wieder einmal nicht selbst gekocht, sondern sich diesen »Mampf« bloß von irgend so einem Chinarestaurant zubereiten und zustellen lassen. Es stank fürchterlich, aber ihr Geliebter Manson behauptete:
   »Das riecht ja wirklich vorzüglich, Marilyn!«
Ich hasste diesen Max dafür, dass er meine Mutter die ganze Zeit bei ihrem Vornamen anredete. Es war, als machte er aus ihr einen völlig anderen Menschen. Und nun kommt’s: In seiner Gegenwart war meine Mutter das auch tatsächlich! Diese rüpelhafte, penetrante und verbiesterte Frau war an diesem Tag wie ausgewechselt. Denn so zuvorkommend und … ich weiß wirklich nicht, was die sonst noch alles war … Auf jeden Fall hatte ich meine Mutter noch nie so erlebt! Dies sollte mir aber eigentlich voll egal sein, denn ich habe sie schon abgeschrieben und ich möchte wirklich nichts mehr von ihr wissen! Und nichts, was sie dann sagt, könnte mich noch irgendwie verletzen! Aber ich konnte noch so viel verdrängen … Es half alles nichts. Im tiefsten Inneren war sie doch immer präsent, denn immerhin war sie ja meine Lebensspenderin. Da konnte ich sie noch so sehr hassen … Daher versetzte sie mir an diesem Abend noch einen richtigen Stich in mein kleines Herz, mit dem, was sie schon bald zu mir sagen sollte …
   »Talon! Max und ich haben dir jetzt noch eine tolle Neuigkeit zu berichten!«
Dieser Satz meiner Mutter war erst der Anfang des Grauens. Es konnte und sollte noch um einiges schlimmer werden …
   »Erzähl schon, Mutter. Was ist denn? Hat Max sein Hund Durchfall? Oder ist ihm vielleicht seine Katze wegen Trunkenheit am Steuer unters Auto gekommen? – Oder wundert er sich gar, warum sein Hamster den ganzen Tag lang bloß schläft?«
   »Einen witzigen Jungen hast du da, Marilyn!«, bemerkte Max zu meinen genialen Ausführungen.
   »Er ist nicht witzig! Sondern nur FRECH! Lass dir von Max die Neuigkeit erzählen! – Ich werde besser aufs WC gehen, bevor ich diesem vorlauten Kind noch Hausarrest gebe!«
Diese Wandlung der Marilyn Kilkenny faszinierte mich wirklich. Unter normalen Umständen hätte sie mich nämlich schon längst wieder einmal in den Keller gesperrt …